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Immobilienpreise in Hannover – Rückblick und Prognose

Seit langem steigen die Preise für Grundstücke in ganz Deutschland an. Auch der Immobilienmarkt in Hannover blieb von den Ereignissen rund um die Corona-Pandemie unbeeindruckt. Hier erfahren Sie, wie sich die Preise für Wohnungen und Häuser entwickelt haben und wie die Prognose bis 2030 aussieht.

Goldene Zeiten für Immobilieneigentümer in Hannover

Die Corona-Krise beeinflusste viele Sektoren der Wirtschaft negativ, nicht aber den Häusermarkt in Niedersachsen. Hier stiegen die Preise für Immobilien innerhalb der letzten Jahre weiter an. Der Preis für Einfamilienhäuser kletterte im Jahr 2020 um 13% und der für Wohnungen um 9% nach oben. Dies verkündete der Innenminister Boris Pistorius (SPD) im Rahmen der Vorlage des Landesgrundstücksmarktberichts in Hannover. Günstiger wurden hingegen Mehrfamilienhäuser sowie gewerbliches Bauland. Private Wohnbau- und Ackerländereien verzeichneten ebenfalls Preissteigerungen.

Ein gebrauchtes Einfamilienhaus wurde 2019 in Niedersachsen für durchschnittlich 213.000 Euro verkauft, im Jahr 2020 bereits für 240.000 Euro. In Hannover kosten vergleichbare Einfamilienhäuser durchschnittlich 523.000 Euro. Die Preise für neue Eigentumswohnungen stiegen in Niedersachsen von 2.790 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2019 auf 3.000 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2020.

Aktuell ermittelt das Immobilienportal immowelt für Hannover einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 3.686 Euro für Häuser und 3.216 Euro für Eigentumswohnungen (Stand 23.08.2021). Im Rahmen dieser Kalkulation wurden sowohl neue als auch gebrauchte Immobilien berücksichtigt. Wer also ein vor langer Zeit gekauftes Haus oder eine Wohnung verkaufen möchte, kann mit einem satten Gewinn rechnen.

Bezahlbares Wohnen in der Zukunft wird immer unwahrscheinlicher

Die Corona-Pandemie verzeichnete bisher keinerlei negative Auswirkungen auf den Häusermarkt. Vielmehr setzte sich der Trend der steigenden Preise in Niedersachsen weiter fort. Auch für eine Immobilienblase gibt es keine Anzeichen.

Fakt ist: Der Traum von den eigenen vier Wänden rückt für viele Menschen immer weiter in die Ferne – oder wird gar unerreichbar. Minister Pistorius bereitet diese Entwicklung Sorge. Er betont allerdings, dass Angebot und Nachfrage die Kaufpreise von Grundstücken und Immobilien bestimmen.

Immobilienpreise in Niedersachsen und Norddeutschland / Entwicklung & Prognose

Immobilienpreise in Niedersachsen und Norddeutschland / Entwicklung & Prognose

Die Trendanalyse für 2030

Auch in Zukunft sind sinkende Preise für Wohneigentum unwahrscheinlich. Laut einer Prognose des Anzeigenportals immowelt werden die Kaufpreise in den meisten deutschen Großstädten weiter steigen. In Hannover sollen sie bis zum Jahr 2030 am stärksten anziehen – um satte 62%. Dies macht einen Anstieg von 2.460 Euro im Jahr 2018 auf 3.990 Euro im Jahr 2030. Als Gründe werden der solide Arbeitsmarkt, die hervorragende Lage in der Bundesrepublik und die steigende Bevölkerungszahl Hannovers angeführt. Auch die bisher verhältnismäßig günstigen Immobilienpreise im Vergleich zu anderen Großstädten spielen eine Rolle.

In Berlin beispielsweise soll bis zum Jahr 2030 eine Steigerung von 60% auf 6.190 Euro zu verzeichnen sein. In Frankfurt erhöhen sich die Preise im gleichen Zeitraum voraussichtlich um "lediglich" 52%. Das macht im Jahr 2030 jedoch einen stolzen Quadratmeterpreis von 7.080 Euro.

Heiner Pott, der Direktor des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, ist von den in Aussicht gestellten Zahlen wenig überrascht und fordert verbesserte Rahmenbedingungen für den Bau von Häusern und den Verkauf von Grundstücken. Nur mit Hilfe der Politik könnten künftigen Eigentümern faire Preise angeboten werden.

Pott zufolge holen Großstädte wie Hannover oder Bremen nun die Entwicklung nach, die in Hot-Spots wie Frankfurt und Berlin bereits seit Jahren zu beobachten ist. Er glaubt aber nicht, dass Hannover und Bremen dasselbe Preisniveau wie diese Metropolen erreichen werden.

Hannover: Steigende Preise wegen Zuzug

In Hannover spielt das Wachstum der Bevölkerung eine wichtige Rolle für den anhaltenden Preisaufwärtstrend. In den Jahren 2012 bis 2017 wuchs die Bevölkerung um 4% an. Bis zum Jahr 2030 rechnen die Experten damit, dass 20.000 weitere Menschen in die Stadt ziehen, die entsprechend Wohnraum bereitstellen muss. Hinzu kommt der Trend zu Single-Haushalten und mehr Wohnfläche pro Person, die die Marktsituation verschärfen.

Auf diese Zahlen reagiert Hannover bereits und versucht, mehr Platz für den Bau von Wohnungen zu schaffen. So möchte die Stadt seit 2013 bis Ende 2021 Möglichkeiten zum Bau von 10.000 neuen Wohnungen schaffen und diese über das gesamte Stadtgebiet verteilen. Diese Zahlen sind allerdings noch lange nicht erreicht: Im Jahr 2017 wurden nur 1.725 Bauvorhaben genehmigt, im Jahr 2018 waren es nur gut 2.000. Die Fertigstellung der geplanten 10.000 Wohnungen wird wahrscheinlich deutlich länger dauern, als erhofft.

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