Die Trendanalyse für 2030
Auch in Zukunft sind sinkende Preise für Wohneigentum unwahrscheinlich. Laut einer Prognose des Anzeigenportals immowelt werden die Kaufpreise in den meisten deutschen Großstädten weiter steigen. In Hannover sollen sie bis zum Jahr 2030 am stärksten anziehen – um satte 62%. Dies macht einen Anstieg von 2.460 Euro im Jahr 2018 auf 3.990 Euro im Jahr 2030. Als Gründe werden der solide Arbeitsmarkt, die hervorragende Lage in der Bundesrepublik und die steigende Bevölkerungszahl Hannovers angeführt. Auch die bisher verhältnismäßig günstigen Immobilienpreise im Vergleich zu anderen Großstädten spielen eine Rolle.
In Berlin beispielsweise soll bis zum Jahr 2030 eine Steigerung von 60% auf 6.190 Euro zu verzeichnen sein. In Frankfurt erhöhen sich die Preise im gleichen Zeitraum voraussichtlich um "lediglich" 52%. Das macht im Jahr 2030 jedoch einen stolzen Quadratmeterpreis von 7.080 Euro.
Heiner Pott, der Direktor des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, ist von den in Aussicht gestellten Zahlen wenig überrascht und fordert verbesserte Rahmenbedingungen für den Bau von Häusern und den Verkauf von Grundstücken. Nur mit Hilfe der Politik könnten künftigen Eigentümern faire Preise angeboten werden.
Pott zufolge holen Großstädte wie Hannover oder Bremen nun die Entwicklung nach, die in Hot-Spots wie Frankfurt und Berlin bereits seit Jahren zu beobachten ist. Er glaubt aber nicht, dass Hannover und Bremen dasselbe Preisniveau wie diese Metropolen erreichen werden.
Hannover: Steigende Preise wegen Zuzug
In Hannover spielt das Wachstum der Bevölkerung eine wichtige Rolle für den anhaltenden Preisaufwärtstrend. In den Jahren 2012 bis 2017 wuchs die Bevölkerung um 4% an. Bis zum Jahr 2030 rechnen die Experten damit, dass 20.000 weitere Menschen in die Stadt ziehen, die entsprechend Wohnraum bereitstellen muss. Hinzu kommt der Trend zu Single-Haushalten und mehr Wohnfläche pro Person, die die Marktsituation verschärfen.
Auf diese Zahlen reagiert Hannover bereits und versucht, mehr Platz für den Bau von Wohnungen zu schaffen. So möchte die Stadt seit 2013 bis Ende 2021 Möglichkeiten zum Bau von 10.000 neuen Wohnungen schaffen und diese über das gesamte Stadtgebiet verteilen. Diese Zahlen sind allerdings noch lange nicht erreicht: Im Jahr 2017 wurden nur 1.725 Bauvorhaben genehmigt, im Jahr 2018 waren es nur gut 2.000. Die Fertigstellung der geplanten 10.000 Wohnungen wird wahrscheinlich deutlich länger dauern, als erhofft.